Stufengerechte Begabten- förderung ohne Zusatzkosten

Stufengerechte Begabten- förderung ohne Zusatzkosten

Seit der Veröffentlichung des Berichts über die Perspektiven der Mittelschulen wird darüber spekuliert, wie bei der Schülerschaft die Lust auf den Übertritt ins Gymnasium gefördert werden kann. Im Jahre 2011 wollte die Regierung weitere Untergymnasien eröffnen. Der Widerstand führte dazu, dass dieses Ansinnen beerdigt wurde. Nun sollen es Progymnasien richten. Sie sollen dazu beitragen, dass Schülerinnen und Schüler ab der sechsten Klasse auf den gymnasialen Weg einschwenken. Regierungsrat Kölliker liebäugelt damit, jene Oberstufengemeinden, welche progymnasiale Ausbildungsgänge eröffnen, mittels Anschubfinanzierung unter die Arme zu greifen. Das stört mich. In der Samstagausgabe des Tagblattes erfahren wir nämlich von einem Begabtenmodell der Oberstufe Mittelrheintal (OMR), das schon seit vielen Jahren sehr erfolgreich funktioniert: Eine Klasse mit erhöhten Anforderungen – unterrichtet von Lehrpersonen, welche für diese Altersgruppe ausgebildet sind. Es kostet keinen zusätzlichen Franken und hat trotzdem eine sehr grosse Wirkung. In diesen Klassen wird sorgfältig auf die Aufnahmeprüfung für die Mittelschulen vorbereitet. Im langjährigen Mittel treten nach dem zweiten Sekundarschuljahr ca. 90 % der Schülerinnen und Schüler in eine Gymnasialabteilung der Kantonsschule über – die restlichen Schüler absolvieren anschliessend meist eine Berufsmatura. Neben dem Gymnasium wird damit also auch die Lehre mit Berufsmatura gefördert. Das Modell der OMR ist der Regierung bekannt – weshalb nun doch eine andere Modell-Diskussion angezettelt wird, ist unverständlich.

 

(Leserbrief zum Artikel «Fähige Schüler früher einspuren», Tagblatt vom 16. Januar 2016)